8.März: Frauentagsdemo in Potsdam und Veranstaltung in Berlin

Zum internationalen Frauenkampftag fand heute am 8.März in Potsdam eine Demonstration unter dem Motto „Frauen raus aus den Lagern! Alle Lager abschaffen“ statt. 250 Menschen folgten dem Aufruf verschiedener feministischer, antirassistischer und antifaschistischer Gruppen und versammelten sich gegen 16:30 am S-BHF Babelsberg um gegen die rassistische und sexistische Flüchtlichspolitik der Bundesrepublik zu protestieren.Sie forderten die Auflösung aller Flüchtlichgslager und die Unterbringung in menschenwürdigen Lebensverhältnissen. Angeprangert wurde auch die schlechte ärztliche Versorgung und der schlechte Schutz gegen sexistische Übergriffe in den Heimen. Gleichzeitig wurden auch eine grundlegende Kritik der patrichalen Machtverhältnisse artikuliert, den auch 100 Jahre nach dem ersten internationalen Frauenkampftag sind weltweit immer noch vor allem Frauen von Krieg, Hunger, Armut und patrichaler Gewalt betroffen. Aktivist_innen des Berliner 8.März Bündnisses verteilten mehrere hundert Flugblätter zur Demonstration „Zusammen Kämpfen gegen Patriarchat, Ausbeutung und Unterdrückung!“ am kommenden Freitag um 16 Uhr am U-BHF Rathaus Neukölln.

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Berichte zum 8.März in Hamburg, Nürnberg, Offenburg und Zürich

Im Anschluss fand in der mit 75 Besucher_innen gut gefüllten Ladengalerie der Tageszeitung „jungen Welt“ die Veranstaltung des Berliner 8.März-Bündnisses statt. Unter der Überschrift „100 Jahre Frauenkampftag: Gemeinsam gegen Patriarchat, Ausbeutung und Unterdrückung“ diskutierten Sinem von der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ), Anja aus autonomen und queerfeministischen Zusammenhängen, eine Genossin der kurdischen Frauenbewegung zusammen mit der jungen Welt-Journalistin Claudia Wangerin darüber wo die Frauenbewegung 100 Jahre nach dem ersten Frauenkampftag steht und welche Kämpfe aktuell geführt werden (müssen).

Die Genossin der SDAJ ging intensiv auf die soziale Situation und die Arbeitsbedinungen von Frauen in der BRD ein und zeigte auf das Frauen auf dem kapitalistischen Arbeitsmarkt strukturell benachteiligt werden und stellte die Frage ob es innerhalb eines auf privaten Profit aufgebauten Wirtschafts- und Gesellschaftssystem überhaupt anders sein könne.

Die Genossin der kurdischen Frauenbewegung beschrieb eindringlich die schwierige Entwicklung der kurdischen Frauenbewegung von der Notwendigkeit des Kampfes an der Seite der Männer in einer klassischen nationalen Befreiungsbewegung bis zur Transformation der kurdischen Frauenbewegung in eine eigenständige feministische, basidemokratisch und ökologisch Organisierung die heute sowohl militärisch wie auch zivilgesellschaftlich zu einen der stärksten emanzipatorischen Bewegungen in den feudal und patrichal geprägten Gesellschaften des Nahen Ostens zählt.Die kurdische Frauenbewegung lässt sich heute von ihrem männlichen Genossen nicht mehr damit abspeisen das die Frauenfrage erst nach der Beseitigung der nationalen und kolonialen Unterdrückung gelöst werden könne, sondern geht schon heute praktische Schritte um eine Selbstorganisierung der Frauen in allen gesellschaftlichen Bereichen zu erreichen.

Danach ging Anja auf die sexistischen Geschlechterverhältnisse innerhalb unserer eigenen Strukturen ein und begründete so die Notwendigkeit einer eigenständigen Organisierung von Frauen. Sie stellte dies in die Tradition neuer autonomer Frauenbewegungen die sich seit dem legendären Tomatenwurf des sozialistischen Weiberrates während des Frankfurter Kongresses des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) 1968 entwickelt hatte und stellte die Autonome Frauen*Lesben*Trans*bewegung vor dieaus der Kritik der Geschlechterverhältnisse innerhalb der radikalen Linken hervorgegangen ist. Für die Zukunft fand sie es wichtig die Frage wer in dieser Gesellschaft für die soziale Reproduktion zuständig ist wieder stärker in der Fokus zu nehmen und bekräftigte das ihrer Meinung nach Kapitalismus, Rassismus und Patrichat gemeinsam auf den Müllhaufen der Geschichte gehören und nicht einzeln entsorgt.

In der Anschließenden Diskussion wollten die Besucher_innen vor allem mehr über die kurdische Frauenbewegung und ihren Umgang mit dem Islam und feudalen Einstellungen bei den kurdischen Männern erfahren. Im Anschluss wurde noch dazu aufgerufen sich an der Frauentagsdemo am Freitag um 16 Uhr am U-BHF Rathaus Neukölln und der Newroz-Demo am 19.März in Düsseldorf zu beteiligen.

Zusammen Kämpfen gegen Patriarchat, Ausbeutung und Unterdrückung!
Demo | Freitag | 11.März | 16:30 | U-BHF Rathaus Neukölln